Alle Lust Will Ewigkeit (every lust seeks eternity), 2013
2-channel slide projection in daylight, 160 color slides, size variable
Installation view of the exhibition "Male Nudes - Female Desires" at Tanja Wagner Gallery, Berlin
Der Mensch malt, formt und be-greift durch sein Abbild nicht nur sich selbst, sondern spiegelt sich im Anderen. Sein Gegenüber, bildet den Widerpart zum eigenen Antlitz und fragt danach , wer wir sind. Gerade in der griechischen Skulptur mit seinen Götter- und Athleten-Figuren, fächert sich ein ganzer Kanon dazu auf, was als ideal galt und immer noch die Grundlage unseres ästhetischen Empfindens bildet.
So wird auch in der Pygmalion-Sage die Geschichte eines Künstlers erzählt, der sich auf Grund seines ewig gebrochenen Herzens, eine ideale Frau aus Marmor meißelt. Er verliebt sich in sie und bittet die Götter darum, sie zum Leben zu erwecken. Gemeinhin wird diese Geschichte als Allegorie zum Verhältnis von Künstler und Kunstwerk gelesen. Im Zentrum der Erzählung steht jedoch an erster Stelle die sehnsuchtsvolle Schaffung eines Ideals, welches dazu verdammt ist, Stein zu bleiben und allein durch höhere Mächte zum Leben erweckt werden kann.
Nina Hoffmann fragt in ihrer Diaserie “Alle Lust Will Ewigkeit” nach dem, was sich hinter den Idealen an Vorstellungen offenbaren. Sie begegnet männlichen Skulpturen der klassischen Antike auf Augenhöhe und setzt sich mit ihnen in Verbindung, was mal zögerlich, mal ganz direkt oder auch humorvoll geschehen kann. Die erhabenen Symbolträger dienen ihr als Vorlage, um etwa einer Siegerpose zu huldigen oder den erotischen Implikationen der Figuren als Frau entgegen zu treten.