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Dennis Rudolph

 
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o.T., 2012
80 x 100 cm


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Eine schwarze Sonne, gehalten von zwei Engeln, nicht ganz verdeckend die Sonne der alten Zeit, die Sonne, die mit dem Herrscher eins war und dem Volk das Licht. Die Metropole nimmt das Schwarze auf, ragt heraus wie eine Insel aus dem Unbekannten. Nein, nicht aus dem Unbekannten, sondern aus dem, was gar nicht mehr gewusst werden kann, was kein Gegenstand der Erkenntnis, noch nicht mal ein Gegenstand der Wahrnehmung sein kann. Karnal muten sie vielleicht auf den ersten Blick an, die Freuden der Französischen Revolution. Sie sind es nicht. Partialobjekte, wie abgeschnittene Köpfe, regieren die Szenen. Wie bei Sade, eine Auflistung, Aufteilung, lange kein Narrativ mehr. Foucault hat mit Sade die Grenze der Repräsentation erreicht gesehen. Danach kommt der Mensch, der Humanismus, und sein Widerspruch: zugleich vollständig Gegenstand des Wissens zu sein, eingeordnet in die Evolution, in die Geschichte der Sprachen, der Lautverschiebungen, psychologischer Träger der Mechanismen des Marktes. Die Hand des Künstlers, graphische Maschine, zeichnet diese Entwicklung nach, gleichgültig vielleicht, dass es den Namen Dennis Rudolph gibt, um die Hand zu bezeichnen. Sie weiß mehr, scheint es, denn sie geht über all diese Schemata hinaus, lacht über die Scham, die nicht die Scham vor dem Obszönen ist, sondern vor der Ernsthaftigkeit in diesem Willen zur Kunst, der keinen Autor hat. Sie lacht, aber das Lachen hallt nicht wieder in dem Wiedererkennen des Humors. Es ist kalt, bitter, drängend. Leicht wäre es zu sagen, das ist doch vorbei. Wir sagen es alle Tage. Und jedes Mal sagen wir es auch, um zu verdrängen, dass doch alles noch gar nicht vorbei ist: Repräsentation, der Mensch. Nicht nur der Bruch zwischen beiden, sie selbst, also die Tableaux der Verweise und diese sinngebende Einheit, dieser einheitsstiftende Sinn: Mensch. Sie sind unter uns, sind uns unterlegt, sind Subjekt. Der Mythos des 21. Jahrhunderts? Dass das alles schon vorbei wäre.

Aber mehr noch: Eins nach dem anderen, dass ist nicht nur die Vervielfältigung, zu welcher die Graphik, der Buchdruck das erste Beispiel zu liefern schien, bis wir merkten, dass die Schrift immer schon jedes Sprechen, jede Linie, jede Form figuriert als Wiederholung. Eins nach dem anderen, dass ist auch die Manie, nach der Depression. Die Ironie hat uns die Performativität gegeben, auch gerade die des Künstler-Seins. Noch eins, noch mehr, noch eine Linie, noch ein Strich, den Pinsel neben den Griffel und diesen neben den Bleistift gelegt, eine Gleichheit unter den Formen, Genre, Materialien: Egalite - Freude der französischen Revolution! Vielleicht sollte Dennis Rudolph nie wieder ein Gemälde ohne Graphik, nie wieder eine Graphik ohne Gemälde ausstellen: Egalite. Die Namen, die wie eine Matrix über den Augen liegen: Sade, Koslowski, Bellmer. Bataille. Unwichtig, wenn man sie so gelesen hat, als wäre Wahrheit in der Überschreitung, in der Transgression oder Lust. Das ist der Affekt dieser Wiederholung: Trauer, welche den manischen Schwung der Graphik steuert. Lächerlichkeit, welche der Sehnsucht nach Tiefe begegnet. Hoffnung, im Jenseits der Transgressionen nur etwas zu schaffen, was schon da war. Und wieder verschwinden kann.

F.Ensslin Venedig 26. April
   

Dennis Rudolph

1979 born in Berlin, Germany

Lives and works in Berlin, Germany

Education

1998 Studium am Sprachen- und Kulturinstitut in Peking, China
2000 Studium an der Repin- Akademie in St.Petersburg (Graphische Fakultät)
2000- 2004 Studium an der Universität der Künste, Berlin (Klasse Wolfgang Petrick)
Sept. 2004 Absolvent an der Universität der Künste, Berlin (Klasse Wolfgang Petrick)
2009 Rome International Spring Academy

Solo Exhibitions

2012
Galerie Jette Rudolph, Berlin
Wege in den Nihilismus, Upstream Gallery, Amsterdam

2010
Mythos des 21. Jahrhunderts, Galerie Jette Rudolph, Berlin (S)
Nemesis - Das Grosse Glück, Upstream Gallery, Amsterdam (S)

2008
Der heilige Krieg, Teil II, Innerster Kreis (Nothwendigkeit) Galerie Jette Rudolph, Berlin (S)
The Holy War, Chapter I, The Sacrifice of Youth, Perry Rubenstein Gallery, NY (S)

2007
Geheime Gesellschaften, Dennis Rudolph und Jana Gunstheimer, Dortumder Kunstverein (S)

2006
Der Lichttempel, Art Forum Berlin, Galerie Jette Rudolph (S)
Dem unbekannten Gott, Galerie Jette Rudolph Berlin (S) (Kat., Revolver Verlag)
Upstream Gallery Amsterdam (S)

2004
Dennis Rudolph, Ästhetischer Fundamentalismus, Galerie Jette Rudolph, Berlin (S)

2003
DRUCK- art, Arbeiten aus den Druckwerkstätten der Fakultät Bildende Kunst der UdK Berlin (G)

1998
Punk- Club "Scream Bar", Peking, China (S)

Group Exhibitions

2012
Donatello parmi les fauves, Galerie Olivier Robert, Paris
Death can dance - TOWNHOUSE, Zürich

2011
La Vallée Patibulaire, Berlin (G)
for love not money, Tallinn Print Triennial, (G) (Kat.)
Hallewujah, Apart, Stuttgart & Künstlerhaus Bethanien, Berlin

2010
Home Run, Architekturmuseum der TU-Berlin, Berlin (G) (Kat.)
Waking the Dead, Autocenter, Berlin (G)

2009
The Last Kingdom, Project & Presentation, Berlin (G)
paper rules. apt. draschan, Vienna (G)
High Society, Schickeria, Braunschweig (G)
private view, Städtische Galerie, Villingen-Schwenningen (G)
Altes Europa, Schickeria, Berlin (G)
Black Hole, Kunsthalle Andratx, Mallorca cur. by Friederike Nymphius (G)
Galleria Liliana Maniero, Rome (G)

2008
Der Autorität, Kunstverein Arnsberg (G)
Apocalyptic Landscapes, Upstream Gallery, Amsterdam (G)
Ghettobird, Projektraum Brunnenstraße, Berlin (G)

2007
Politische Ikonografie, Galerie Jette Rudolph, Berlin (G)
LA NAVE DEI FOLLI, Studio Angeletti, Roma (G)
Berlin Noir, curated by Felix Ensslin, Perry Rubenstein Gallery, NY (G)
Männerfantasien curated by Ellen Blumenstein, Chung King Project, Los Angeles (G)
Speakers, Aeroplastics, Brüssel (G)

2006
Spooky - the dark side of light, Het Gebouw, Utrecht, NL (G)
Big City Lab, AFB 2006 (kuratiert v. Friederike Nymphius) (G)

2005
Cosmo- Logic, Galerie Jette Rudolph Berlin (G)
Deep- Action, Kolbe- Museum Berlin (G) (Kat.)

2003 DRUCK- art, Arbeiten aus den Druckwerkstätten der Fakultät Bildende Kunst der UdK Berlin

Projects

2007- Herausgeber des "Ästhetischen Beobachter"
2004-2005 Herausgeber der Kunstzeitung "Der Leuchtturm"

Links

www.leuchtturmverlag.de

   

Dennis Rudolph

Galerie Jette Rudolph
Zimmerstrasse 90- 91
D- 10117 Berlin

Tel: +49 30 613 03 887
Fax: +49 30 613 03 887
E-mail: galerie@jette-rudolph.de
www.jette-rudolph.de

Upstream Gallery
Kromme Waal 11
1011 BS Amsterdam
The Netherlands

Tel: +31204 284 284
info@upstreamgallery.nl
www.upstreamgallery.nl

Leuchtturm Verlag
Mansteinstr. 3
10783 Berlin

rudolph@leuchtturmverlag.de
www.leuchtturmverlag.de

   





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